Operation Loophole - Oktober 2019 - Kujari



Operation Loophole

Oktober 2019

Kujari



Szenario Geschichte / Beschreibung:

Seit über einem Jahrzehnt gilt das Ostafrikanische Kujari als ‘Fragile State’. Armut, Korruption sowie unüberwindbare Gräben zwischen zahlreichen Volksgruppen nährten immer wieder brutal ausgetragene Konflikte zwischen den Ethnien und Religionen. Neben der Zentralregierung haben sich zunehmend Warlords und paramilitärische Gruppen als feste politische Akteure etabliert. Im vergangenen Jahr kam es im Süden des Landes wiederholt zu systematischen ‘Säuberungsaktionen’ gegen die dort ansässigen Minderheiten durch radikale Milizen und Regierungstruppen. In diesem Zusammenhang interveniert die UN seit 6 Monaten im Rahmen einer Schutzmission in den südlichen Provinzen. Das Pentagon meldete des weilen Anhaltspunkte für die Einflussnahme durch CSAT-Staaten in der Region und warnte vor der Installation einer Marionettenregierung. Vor diesem Hintergrund erklärte der US-Präsident vor fünf Wochen die Situation in Kujari zum nationalen Sicherheitsrisiko und befahl die Entsendung von rund 1000 Soldaten, unter dem Kommando des USSOCOM, in das Gebiet.


Der Einsatz der US-Truppen sieht vor, den Einfluss der CSAT Akteure vor Ort zu untersuchen, einzudämmen und weitestgehend zurückzudrängen. Hierzu wird eine Strategie des ‘Predetermined-Partnering-No-Obligations' verfolgt, die im Einzelnen drei nicht-sequentielle taktische Phasen vorsieht.


Phase 1 ‘We Shape’:

Um die politische Einflussnahme in der Region mittelfristig vorzubereiten gilt es einheimische Verbündete zu gewinnen. Hierzu sieht das Einsatzspektrum Aktionen an der Seite der UN-Kräfte vor. Diese konnten vor rund 3 Monaten eine teilgesicherte Zone südlich des Flusses errichten, die weitestgehend befreit ist von Kampfeinheiten der Regierung sowie den Warlords. Ihre Bemühungen in Zusammenarbeit mit IDAP humanitäre Hilfe zu leisten, wurden und werden allerdings immer wieder durch Aktivitäten radikaler Milizen und zahlreiche IEDs im Gebiet erschwert. Durch Wirken der US-Einheiten soll ein Überblick über die Gemengelage sowie strategische Partner im Süden gewonnen werden.


Phase 2 ‘We Clear’:

Als ad hoc Maßnahme gegen das Wirken der CSAT-Staaten in Kujari, werden weiterhin Aktionen gegen mutmaßlich durch CSAT kontrollierte Akteure durchgeführt. Priorisierte Ziele hierbei sind insbesondere die Warlords, da diese außerhalb der offiziellen Herrschaftsstrukturen stehen. Somit lassen sich direkte diplomatische Spannungen vermeiden, die durch offene, direkte Operationen amerikanischer Truppen gegen die Regierung entstehen würden. Ausgehend von der teilgesicherten Zone im Süden ist die Durchführung solcher Maßnahmen auch in Form verdeckter Aktionen weiter nördlich möglich.


Phase 3 ‘They Hold’:

Da aktuell kein Verbleib in der Region über Jahresende hinaus vorgesehen ist gilt es, die Kontrolle in den gesicherten Gebieten weitestgehend an UN-Truppen bzw. mit UN-Truppen kooperierende Sicherheitskräfte zu übergeben. Eine Eingliederung der US-Kräfte in die Mission der Vereinten Nationen ist explizit nicht vorgesehen; die Übergabe soll die Interessen der USA in dem Gebiet wahren helfen, ohne Verpflichtungen für den langfristigen Aufbau zu schaffen.



Ausführliche Auftragsinformationen folgen nach der bevorstehenden Stationierung in der FOB Lynx, die sich in der UN-Sicherheitszone befindet.

Weitere Unterstützung (z.B. Luftunterstützung) und die Nachschub-Versorgung erfolgt über MOB Paladin im südlichen Nachbarland.


Aktuelle Lage:




Involvierte Fraktionen:

UN / IDAP:

Griechische und osteuropäische UN-Truppen, die an der UN-Schutzmission teilnehmen. Unterstützt durch zivile Freiwillige und Mitarbeiter des International Development & Aid Projects (IDAP).

Patrouillieren den UN-Schutzbereich, Übernehmen Verwaltungsangelegenheiten und Schützen / Versorgen die lokale Zivilbevölkerung.




Kujari Liberation Force (KLF):

Örtliches Militär, das der aktuellen Regierung von Kujari untersteht. War an der Machtergreifung der Regierung beteiligt. Relativ gut organisiert, trainiert und ausgerüstet mit alter und moderner osteuropäischer / russischer Ausrüstung. Splittergruppen innerhalb des Militärs sind oftmals radikal und korrupt. Respektieren aktuell die UN-Schutzmission und haben sich Richtung Norden zurückgezogen.





Organisierte Milizen / Truppen der Warlords:

Unterstehen den örtlichen Warlords. Verhältnismäßig gut trainiert und organisiert. Nutzen allerdings meist stark veraltete Ausrüstung. Finanzieren sich durch Waffen- und Drogenhandel / Schutzgelderpressung und Menschenhandel. Werden oftmals vom Militär toleriert und unterstützt. Einzelne Offiziere der KLF haben Verbindungen zu den Gruppierungen. Solange es ihren Interessen entspricht, unterstützen sie auch andere radikale Gruppen.




Unorganisierte radikale Milizen:

Schlecht ausgerüstet und organisiert. Meistens handelt es sich um lose Zusammenschlüsse von radikalen Widerstandskämpfern. Waren stark an den ethnischen und religiösen Säuberungen der vergangenen Monate beteiligt. Haben nun den Kampf gegen die "ausländischen" Besatzer (UN- & US-Kräfte) aufgenommen. Werden vermutlich durch die örtlichen Warlords unterstützt und beeinflusst.






Mission #1 - 02.10.2019:

Nach unserer Ankunft in FOB Lynx hat sich schnell herausgestellt, dass die UN-Truppen mit der aktuellen Situation in der Region heillos überfordert sind. Die relativ geringe Anzahl der UN-Soldaten und die teilweise ungenügende Ausrüstung sorgen dafür, dass sich die Kämpfer der Warlords und einige radikale Milizen in einem Teil der UN-Sicherheitszone im Osten nach und nach wieder ausbreiten konnten.


Der Auftrag für unsere Taskforce bestand deshalb darin, eine Patrouille im Osten durchzuführen, um die UN-Truppen zu entlasten. Allerdings wurde der Konvoi, kurz hinter den ersten Dörfern im Osten, bereits von feindlichen Kämpfern beschossen und aufgehalten. Im Laufe des Feuergefechts wurde einer der MRAPs so stark beschädigt, dass eine Reparatur nur mit der Hilfe einiger UN-Soldaten, die ebenfalls in den Hinterhalt gerieten, möglich war.


Nach der Instandsetzung des Fahrzeugs war es uns noch möglich einige Zivilisten in einem Dorf in der Nähe zu retten, die von einigen Kämpfern aus ihren Häusern gezerrt und für eine Hinrichtung aufgereiht wurden. Anschließend lautete der Befehl, aufgrund des unerwartet starken Feindkontaktes, sich zur FOB Lynx im Westen zurück zu ziehen.



Mission #2 - 05.10.2019:

Ein Informant der CIA, aus den Reihen der Milizen im Osten, hat für uns am Tag zuvor eine wichtige Zielperson identifiziert und ihre Position mitgeteilt. Im Dorf Balama Kurdi sollte sich ein angesehener Kämpfer eines Warlords der Region aufhalten, angeblich um den Transport von Drogen zu überwachen, die vermutlich im nahe gelegenen Dschungel angebaut und verarbeitet werden.


Unsere Infiltration erfolgte per CH-53 westlich des Dorfes. Das Ziel war die Gefangennahme und die sichere Exfiltration der Zielperson, die wir nach mühsamen Feuergefechten im sehr unübersichtlichen Dorf erfolgreich gefangen nehmen konnten. Unterstützt wurde der Einsatz durch einen Littlebird und eine bewaffnete UAV der Drohnenüberwachung.


Während den darauffolgenden Feuergefechten mit der Verstärkung der Milizen, die aus den nahen Dörfern nachrücken konnte, wurde allerdings die Zielperson auf dem Weg zum Exfil erschossen. Es konnten aber einige Informationen über die Drogenplantagen im nahen Dschungel gesammelt werden, denen die CIA in den nächsten Wochen nachgehen möchte. Ziel ist die Destabilisierung der regelmäßigen finanziellen Einkommen der Miliz.



Mission #3 - 09.10.2019:

Nachdem unsere Zielperson im letzten Einsatz unglücklicherweise nicht gefangen genommen werden konnte, sind die meisten Spuren, die wir bzgl. der Aktivitäten und des Anführers der Milizen hatten, ins Leere gelaufen. Deshalb wurde der Schwerpunkt über die letzten Tage wieder auf die Unterstützung der UN-Truppen im Osten gelegt, um die Sicherheitszone wieder auszuweiten. Kurz vorher wurden die Zivilisten gewarnt, dass US-Streitkräfte, über die nächsten Wochen hinweg, Richtung Osten vorrücken werden. Der Feind ist zwar auch vorgewarnt, zivile Verluste können dadurch allerdings vermieden werden.


Das Dorf Mallumti Burin, direkt östlich der Sicherheitszone, konnte durch uns erfolgreich aus den Händen der Milizen befreit werden. Ein weiteres Vorrücken Richtung Osten war dann allerdings nicht möglich, da der Feind uns durch seinen Rückzug aus Yusufuri in einen Hinterhalt locken konnte. Allerdings konnten wir eine Geisel im ersten Dorf befreien. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um den CIA-Informant, der uns ursprünglich die Infos zum hochrangingen Kämpfer der Miliz zugespielt hatte, der im letzten Einsatz gefangen genommen werden sollte.


Die CIA hat sich erneut mit dem Informanten zusammengesetzt und endlich eine Spur zum Warlord der Milizen im Osten gefunden: Abshir Saadaq. Die Vermutungen, dass ihm die Kämpfer im Osten unterstehen, haben sich nun hundertprozentig bestätigt. Bei Abshir Saadaq handelt es sich um einen ehemaligen Kämpfer der Revolutionsbewegung, die die heutige Regierung in Kujari an die Macht gebracht hat. Nach der Machtergreifung hat er sich in den Rängen der übrig gebliebenen Kämpfer nach oben gearbeitet und die Führung über die Milizen im Osten übernommen. Laut unseren Informationen hat er Verbindungen bis in die höchsten Ebenen der KLF, dem örtlichen Militär.


Abshir Saadaq ist allerdings nur einer der Warlords die in der Region ihr Unwesen treiben. Frühere Aufzeichnungen lassen aber vermuten, dass er eine der mächtigsten und wichtigsten Personen in der Region ist und den Konflikt in der Region immer wieder zu seinem Vorteil anfacht.


Aktuelles Bild von Abshir Saadaq:



Mission #4 - 12.10.2019:

Teil 1:

Über die letzten Tage gab es immer wieder vermehrt Angriff auf die Stellungen der UN-Truppen. Dieses Mal gab es einen größeren Angriff auf den Checkpoint Douro, der sich direkt nord-östlich des UN-HQs befindet. Zusätzlich hatten sich weitere Kämpfer der Milizen im Dorf Douro gesammelt. Der Angriff auf den Checkpoint konnte durch unser Eingreifen abgewehrt und die Feinde in Douro bekämpft oder vertrieben werden.


Um die Feinde weiter Richtung Osten zurückzuschlagen, bestand der weitere Auftrag darin, das Dorf Mandalari weiter im Osten zu sichern. Dort sollten sich eigentlich einige Kämpfer der Milizen aufhalten, die aber anscheinend bis zu unserem Eintreffen geflohen waren. Bereits auf dem Weg nach Mandalari wurden unsere Bewegungen von zwei Mi-24 der KLF überwacht. Kurz nach unserer Ankunft tauchte plötzlich eine Patrouille der KLF nördlich des Dorfes auf.


Nach einem kurzen Gespräch mit einem Unterhändler der KLF, wurden wir dazu aufgefordert das Dorf Richtung UN-Sicherheitszone zu verlassen. Ansonsten würde das Militär das Feuer eröffnen. Die Eintreffende Verstärkung der KLF, bestehend aus zwei Mi-24, verschärfte die Situation zusätzlich und wir mussten den Rückzug antreten. Das Feuer wurde nicht eröffnet, allerdings wurde uns der Standpunkt des Militärs deutlich aufgezeigt. Bisher haben sie die UN-Mission und die Grenzen der Sicherheitszone respektiert...



Teil 2:

Der CIA sind einige Stunden zuvor wichtige Informationen in die Hände gefallen. Eine größere Waffenlieferung, geschmuggelt durch eine der radikalen Milizen im Nordwesten der Region, sollte sich im Laufe der Richtung Süden gebracht werden. Wir konnten die Lieferung weit im Norden, im Dorf Biri Boula, abfangen und die Waffen zerstören.


Bei der Lieferung handelte es sich um moderne Handfeuerwaffen und sowohl tragbare, als auch statische Panzerabwehrwaffen aus der Produktion einiger CSAT-Mitgliedsstaaten. Wo die Waffen genau herkommen muss noch geklärt werden. Die Vermutung liegt nahe, dass die CSAT, über die Unterstützung der Milizen, Einfluss auf den Verlauf unseres und des Einsatzes der UN-Truppen nehmen möchte.


In der Vergangenheit wurde das Vorgehen der US-Streitkräfte in der Region vermehrt von Mitgliedsstaaten der CSAT kritisiert und verurteilt. Der UN-Einsatz "nutze ein Schlupfloch aus, um den Bereich der UN-Sicherheitszone unrechtmäßig zu vergrößern".











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    Meiestrix Lieutenant Colonel